Priorisierung in der Medizin – DFG-Forschergruppe FOR655
Wednesday, 4. August 2010

FOR655

 

Ziel des Projekts

Demographische Veränderungen und medizinische Innovationen führen aufgrund erhöhter Nachfrage bei zugleich begrenzten Ressourcen zu einem zunehmenden Kostendruck im Gesundheitssektor. Es ist bereits heute absehbar, dass nicht mehr alle bisherigen Leistungen für alle gesetzlich Krankenversicherten finanziert werden können. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Prioritätenbildung bzw. Auswahlentscheidung. Bislang werden Fragen nach Prioritäten medizinischer Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung von ärztlichen und politischen Entscheidungsträgern weitgehend pragmatisch und ad hoc entschieden. Es fehlen klare Konzepte und Verfahren.

 

Ziel des Projektes FOR655 ist es, systematisch durch disziplin-übergreifende, theoretische und empirische Untersuchungen und Analysen in verschiedenen Teilprojekten Fragen der Priorisierung unter besonderer Berücksichtigung der Betroffenen, also Patienten, Mediziner, Bürger zu beantworten und möglicherweise Leitlinien zur Priorisierung zu erstellen.


 

Was ist Priorisierung?

Priorisierung ist im Bereich der medizinischen Versorgung ein Verfahren, um die Vor­rangigkeit bestimmter Indikationen, Patienten­gruppen oder Verfahren vor anderen fest­zustellen. Ihr Gegenteil wird als Post­eriorisierung bezeichnet. Grund­sätzlich führt Priorisierung zu einer mehrstufigen Rangreihe, an deren oberem Ende steht, was nach Datenlage und fachlichem wie öffentlichem Diskurs als unverzichtbar gilt bzw. wichtig erscheint, am unteren Ende das was wirkungslos ist bzw. mehr schadet als nützt (ZEKO). Generell wird  zwischen vertikaler Priorisierung und horizontaler Priorisierung unter­schieden. Die Priorisierung medizinischer Leistungen ist nicht zu verwechseln mit deren Rationierung .



 


 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Monday, 16. August 2010 )
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