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Das Gesamtprojekt FOR655 befasst sich mit der Priorisierung, d.h. dem Festlegen von Rangordnungen bei Fragen der medizinischen Versorgung. Muss die Ausweitung medizinischer Interventionsmöglichkeiten zunehmend Verzicht auf mögliche Eingriffe und Behandlungen nach sich ziehen, da niemals alles, was medizinisch möglich ist, auch gesellschaftlich finanziert werden kann? Wenn ja, sollen z. B. Kinder grundsätzlich Älteren gegenüber bevorzugt werden? Ist Prävention wichtiger als Versorgung? Soll die Allgemeinheit Luxustherapien für wenige Patienten mittragen? Um diese Fragen zu beantworten, möchte die Forschergruppe ein Priorisierungsverfahren entwickeln, das die Wünsche und Interessen der Betroffenen, also Patienten, Mediziner und Bürger, ernst nimmt. Entscheidungen über medizinische Leistungen sollen sowohl theoretisch und ethisch akzeptabel sein -besonders für die Betroffenen- als auch institutionell und rechtskonform umsetzbar. Dieses Ziel soll durch verschiedene Forschungsperspektiven und deren Verknüpfung erreicht werden. Die Forschergruppe besteht aus Experten in den Bereichen Ethik, Jurisprudenz, Medizin, Ökonomie, Philosophie, und Psychologie. In elf Teilprojekten betrachtet sie die Problematik zum einen aus philosophischer, rechtlicher und ökonomischer, zum anderen aus empirischer und medizinischer Perspektive. Projektbereiche: Teilprojekt A - Empirische Untersuchungen zur Priorisierung Teilprojekte B - Fragen zu Knappheit und Priorisierung bei spezifischen Krankheitsbildern Teilprojekte C - Theoretische Grundlagen der Priorisierung aus philosophischer, juristischer und ökonomischer Perspektive
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